Leben
Deine Hand ist an
meinem Hals, drückt enger und enger. Drückt mir das
Leben weg, nicht die Luft. Du bist nicht darauf aus mich zu ersticken,
mich zu erdrosseln. Du willst mein Leben, meine Energie, meine Macht,
mein Sein.
Du willst alles was ich bin und sein werde, du willst alles was ich in
mir trage.
Du willst meine Kraft, meine Stärke, meine Zukunft.
Deine Hand brennt wie schwarzes Feuer auf meinem Hals und ich spüre deine Handflächen an meiner Haut brennen, sie verätzen wie eine Säure. Ich fühle wie mir mein Leben entzogen wird, wie es mit jeder Sekunde weniger wird.
Ich sehe eine Zukunft, die es nie geben wird vor meinem inneren Auge ziehen, versuche sie zu greifen, doch sie wird mir einfach genommen. Von dir.
Ich sehe deine kalten Augen auf mich herabsehen, direkt in meine Augen und du genießt es mein Leben schwinden zu sehen, es in dich aufzunehmen. Zu spüren wie ich immer schwächer werde und du immer stärker.
Ich kann mich nicht wehren und etwas in mir gibt auf, hat keine Kraft mehr. Wieso sollte ich kämpfen, wenn es schließlich doch keinen Sinn hat. Wird es dann weniger wehtun?
Ich kenne die Antwort. Ich kann sie in deinen Zügen lesen, wie in einem Buch. Ich konnte sie schon immer lesen, doch erst jetzt wird mir klar, dass es das falsche Buch war.
Ein Märchen, zu schön um wahr zu sein, zu schön um tatsächlich Mein zu sein.
Deine Augen wandern an
meinem Körper hinab, mit einem Blick, den ich noch nie an dir
gesehen habe, den du mir früher nie geschenkt hast, den ich
dir aus deinem hübschen Gesicht kratzen will.
Aber alles was ich tun kann ist in deinen Armen zu liegen und zu
sterben und mich zu fragen wie ich dich einmal lieben konnte.